Die Slawenlegende -
Chronologie einer historischen
Geschichtsfälschung
Gegen Ende des 18. Jhdt. vertreten A. L. v. Schlözer (1735-1809) und ausgerechnet
unser J. G. Herder (1744-1803) die Ansicht, daß es „slawische“ Völker gegeben habe.
Aus „Sclavorum“, „Sclaveni“, „sclavenoi“, „skylao“ bzw. „sclabenoi“, entsteht – da zu
„störend“ – das sinnentstellte Wort „Slawe“ indem das „C“ einfach herausgenommen
wurde und damit eine Deutung im völkisch-politischen Sinne, die das mittelalterliche
Wort wie „Sclaveni“ nicht hatte. Das war die Geburts-stunde der „Slawen“, die es
vorher nicht gegeben hatte!
Das deutsche Wort Sklave bzw. der angebliche entstellte Volksname „Slawe“
bedeuteten aber früher Leibeigener, Unfreier, entrechteter Mensch.
Der Geschichtsschreiber Einhard bezeichnet die Bewohner ostwärts der Elbe nicht nur
als „sclavia“ (= Heruler, Wandaler – später als Wenden, Venden bekannt), sondern auch
das Land in dem sie wohnen, als Germania, also als Land der Germanen.
Ebenso taten es die späteren Chronisten wie Adam von Bremen und Helmold von
Bosau. Adam von Bremen (vor 1050-1081/85) bezeichnet sie in seiner Chronik des
Erzbistums Hamburg ausdrücklich als „Sclavi“ und das Heidenland als „sclavania“
(amplissima Germaniae provincia).
Weiterhin kann festgestellt werden, daß es ein einheitlich starkes und
ausdehnungsfreudiges Volk der „Dnjepr- und Bug-Sarmaten“ nie gegeben hat. Die
„Slawen“, die in unfaßbarer Zahl den Prypjatsümpfen entstiegen und nach allen Seiten
hin besitznehmend ausgeschwärmt sein sollen, gehören daher der (gezielten) Fabel an.
Wo haben eigentlich die damaligen „slawischen“ Bewohner dieser Sümpfe – die
angeblich in Stelzenhäusern wohnten (ähnlich wie die Indianer im Amazonas), bevor sie
zur Neubesiedlung in Richtung Nordost- und Mitteleuropa aufbrachen – ihre dringend
zur Selbstversorgung nötigen Haustiere gehalten und wo ihre Felder bestellt, oder
haben sie nur vom Fischfang gelebt und standen die Tierställe auch auf Pfählen bzw.
Stelzen?
Weder auf histor. Landkarten oder in den Beschreibungen eines Herodot, Plinius,
Tacitus und Ptolomäus werden jemals „Slawen“ erwähnt – also wurde ein
millionenstarkes Volk unbeachtet gelassen, während man zeitgleich die Völker rings
um die Prypjatsümpfe ausführlich beschrieb!
Liebe, Anhänger der Slawenlegende und deren Mythos, liebe Heimatforscher und
Ortschronisten in Mitteldeutschland und in Ost-Österreich, denkt bitte einmal über
das uns seit 200 Jahren erzählte Märchen nach und kombiniert selbst.
Zeittafel
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Das Reich der Wandalen umfaßt im 3. Jahrhundert v. d. Zeitenwende bereits
auch das Wartheland, Galizien und Schlesien.
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Die alte griechische Bezeichnung „Sklábos“ und „Sklábenos“, später „Sclavia“,
usw. taucht im 6. Jahrhundert zum ersten Mal in Ostrom auf.
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Die Blutgesetze Karls des „Großen“ (Capitulatio de partibus Saxoniae) werden
782 erlassen.
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Im 10. Jahrhundert gründen die normannischen Edlen unter Dago das
Dagonen/Dagr-Reiches, das spätere Mesiko-Reich. Es umfaßt große Teile des Ostens
und bildete ein Gegengewicht zum christlichen deutschen Kaiserreich.
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Die letzten noch heidnisch gebliebenen Gaue werden im Verlauf des Kreuzzuges
von 1147 – der unter der Devise stand „Tod oder Taufe“ – überrannt.
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Vinzenz Kadlubek (richtig Wolf Gottlobonis) erdichtet 1218 im Zisterzienser-
Kloster Klein-Morimund die „Chronica polonorum“.
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Im 13. Jahrhundert wird Dago und sein Sohn Bolsma (= Bolsleib, althd. Wollieb)
durch kirchliche Propaganda einem Geschlecht der „Piasten“ oder „Pathen“ zugeordnet
und ihre Namen in „Mieczyslaw“ bzw. „Miezco“ und „Boleslaw Chobry“ abgeändert, um
eine polnische Historie aufzubauen.
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Das Gebiet der mittleren Warthe im Westen bis über den Bug hinaus und
zwischen Warschau und Krakau wird seit dem Ende des 14. Jahrhunderts unter dem
Namen „Polen“ zum Begriff.
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Am 30. Juni 1410 steht in der Schlacht bei Grunwald der deutsche Ritterorden
den aufbegehrenden deutschen Hansestädten, dem Königreich Krakau (polonisierte
Deutsche) und den germanischen Litauern gegenüber, also Bruder gegen Bruder.
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1347 erfolgte die offizielle Berufung der Glagoliten nach Prag und ca. 1390 nach
Krakau, zum Zweck einer politisch vorbedachten Sprachenspaltung.
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Um 1800 taucht zum ersten Mal das Wort „Slawen“ auf.
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1848 findet der 1. „Panslawisten-Kongreß“ zu Prag statt.
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Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird in den Schulen die Slawenlegende und die
Mär von einer großen Völkerwanderung gelehrt.
Bestellbar per Mail unter: hagal21@web.de
Bibliographische Daten:
221 Seiten, Format Din A 5, durchgehend 4-farbig gedruckt auf 115 gr./qm
Bilderdruckpapier, Farbabbildungen, Festeinband, Fadenheftung. Gewicht ca. 520
Gramm.
Preis 28,00